AKTUELL  (Mi., 06. April 2011)

Eigentlich sollte es diese Seite ab heute so gar nicht mehr geben. Sondern ganz neu. Mit Informationen zum Betreiberkollektiv des Lokals, zu unseren mittel- und langfristigen Plänen („Ruhrort 2020“) und nicht zuletzt mit einem Terminkalender für alle unsere bis Juli 2011 geplanten Veranstaltungen (Ausstellungen, Filme, Diskussionen, Musik, Theater – jeden Sonntag plus an einigen anderen Tagen).

Das mit der neuen Seite wird nun erst mal nix, weil’s mit den Veranstaltungen nix wird. Jedenfalls nicht im Lokal Harmonie. Die für die neue Veranstaltungsreihe beantragte temporäre Nutzungsänderung – die fünfte seit 2008 – wurde vom zuständigen Amt für Baurecht und Bauberatung nicht genehmigt.

Zur Info für Nicht-LokalbetreiberInnen: Wir haben nicht etwa fünf Mal umgebaut, sondern für immer den gleichen Raum und immer ähnliche Veranstaltungsreihen vorübergehende Nutzungsänderungen (Kunstproduktion statt Eisenwarenverkauf) beantragt. Jedes Mal wurden die Anträge von MitarbeiterInnen der Behörde und zwei Mal zusätzlich von der Feuerwehr vor Ort geprüft, wurden die Auflagen für Brandschutz und Entfluchtung festgesetzt und auf dieser Basis die Nutzung genehmigt. Dieses Mal nicht.

Warum nicht? Wenn die örtlichen Bedingungen die gleichen sind wie zuvor, haben sich offensichtlich die Maßstäbe geändert. Oder die Entscheidungsräume für die Behördenmitarbeiter haben sich verengt. Oder werden nicht mehr genutzt. Was einerseits nachvollziehbar ist: Zwischen „Ruhrort 2010“ (Feb. bis Juni 2010) und der nun beantragten neuen Nutzung lag der 24.07.2010, die Katastrophe der Duisburger Loveparade. Und das abstoßende Verhalten der hierfür politisch und bauordnungsrechtlich Verantwortlichen, die bis heute ihre Ämter bekleiden und, die Toten waren noch nicht beerdigt, von ihrer Verantwortung weg und auf die Sachbearbeiter zeigten, welche ihre Unterschriften unter die auf politischer Ebene beschlossenen Genehmigungen gesetzt haben.

Andererseits ist diese Entscheidung nicht nur fatal für das Lokal Harmonie und die hier arbeitenden KünstlerInnen, sondern ein negativer Präzedenzfall für jede Initiative, die in der Provinzstadt Duisburg noch irgendetwas bewegen will.

Noch wandern wir nicht aus:

Dank nachbarschaftlicher Hilfe von der Christengemeinde Duisburg können die für heute, 06. April, 19.30 h im Lokal Harmonie geplante Premiere und die beiden weiteren Aufführungen (DO, 07. + 14. April, 19.30 h) von „Klamms Krieg“ doch noch stattfinden: in den Räumlichkeiten der Christengemeinde, Landwehrstraße 55, Duisburg-Ruhrort. (Für Ortsunkundige: Wir stehen auch am Lokal Harmonie und erklären Euch den Weg zur Landwehrstraße 55.)

Und auch unsere zweite Veranstaltung zur immer aktuelleren Frage „Nachhalt oder Nachhall – Was bleibt von RUHR.2010?“ am FR., 15. April, 19 h wird stattfinden.

Auch für diese Veranstaltung haben wir Kirchenasyl erhalten – hier von der katholischen Kirchengemeinde St. Maximilian, unserer Vermieterin und Nachbarin. Die Veranstaltung findet nun statt im Vereinssaal der Gemeinde, Maximilianplatz 1, rückseitig zu unserem Lokal.

Ob/wie es mit dem Lokal Harmonie weitergehen wird, geben wir recht bald an dieser Stelle bekannt.

Oder wohin wir auswandern.


Premiere: 06. April 2011 / 19.30 Uhr

Theateraufführung: Klamms Krieg (mit Rainer Besel, Regie: Anja Brunsbach)

weitere Vorstellungstermine:
07. und 14. April 2011

Christengemeinde Duisburg
Landwehrstr. 55
47119 Duisburg-Ruhrort

"Schule ist Zwang. Und Lehrer wie Schüler verdanken diesem Zwang ihre gemeinsame Existenz.“ (Lehrer Klamm)

Eine Schule, irgendwo in Deutschland. Sascha, ein Schüler, Leistungsfach Deutsch, hat Selbstmord begangen. Die Schüler des Deutschlehrers Klamm machen ihn für Saschas Tod verantwortlich und haben ihm den Krieg erklärt. Die totale Verweigerung.

Unter dem Druck fehlender Unterstützung durch seine Kollegen und den Schuldzuweisungen durch seine Schüler wehrt er sich mit sämtlichen Mitteln seiner pädagogischen Möglichkeiten und kämpft damit einen einseitigen Kampf, einen Kampf gegen sich selbst.

In „Klamms Krieg“ geht es um das Thema der Schuld. Aus der Machtposition der Notenvergabe heraus hatte Klamm dem Schüler Sascha den rettenden Punkt versagt und ihn damit zum Scheitern verurteilt. Doch machte er sich damit gleich zum Mörder?
In „Klamms Krieg“ geht es um Freiheit und Verantwortung. Geht das Eine ohne das Andere? Eine Gretchenfrage – die auch Goethes Faust in diesem Stück gestellt wird…

In „Klamms Krieg“ geht es um das Gefühl der Angst. Was passiert, wenn jemand die Konsequenzen seines Handelns nicht tragen kann und diese somit nach und nach zu seinem Albtraum werden?

In dieser Inszenierung wird hinter die Fassade eines Lehrers geschaut, und zwar:
Der Monolog von Kai Hensel ist ein spannendes Psychogramm, das den Blick auf den Unterschied zwischen Illusion und Wirklichkeit eines Lehrers im Hier und Heute öffnet.

Er zeigt zudem, dass eine fehlende Konflikt- und Kommunikationsbereitschaft zwischen Lehrer und Schüler in Hass münden und damit in die vernichtende Leere führen kann.

Aufführungsrechte: Kiepenheuer Bühnenvertriebs-GmbH, Berlin
Gefördert durch den Kulturbeirat der Stadt Duisburg





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